Rauchmelder in Österreich: Pflicht, richtige Montage und welche Geräte sinnvoll sind
Die meisten Brandopfer sterben nicht an den Flammen, sondern an Rauchgasen, häufig im Schlaf. Rauch weckt nicht auf, ein Rauchmelder schon. Er gehört zu den günstigsten und wirksamsten Sicherheitsgeräten im Haushalt.
Die Pflicht in Österreich
Die Rauchwarnmelderpflicht ist in den Bauordnungen der Bundesländer geregelt. Bei Neubauten und größeren Umbauten sind Rauchwarnmelder inzwischen in allen Bundesländern vorgeschrieben. In Kärnten gilt die Pflicht auch für bestehende Wohnungen. Die Mindestausstattung umfasst einen Melder in jedem Aufenthaltsraum, also Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer, ausgenommen die Küche, sowie in Gängen, über die Fluchtwege führen. Die genauen Regeln stehen in der Bauordnung Ihres Bundeslandes. Unabhängig von der Pflicht lohnt sich die Ausstattung in jeder Wohnung.
Wohin die Melder gehören
Rauch steigt nach oben, deshalb gehört der Melder an die Decke, möglichst in die Raummitte und mindestens 50 Zentimeter von Wänden, Ecken und Lampen entfernt. In der Küche und im Bad lösen Dampf und Kochdunst Fehlalarme aus, dort sind sie nicht vorgesehen, für die Küche gibt es spezielle Hitzemelder. In Fluren und Treppenhäusern hängt auf jeder Ebene ein Melder. Besonders wichtig ist das Schlafzimmer und das Kinderzimmer.
Worauf Sie beim Kauf achten
Rauchwarnmelder müssen der Norm EN 14604 entsprechen, das steht auf Gerät und Verpackung. Ein zusätzliches Qualitätszeichen wie das „Q“ steht für besonders langlebige Geräte mit geringer Fehlalarmquote. Sinnvoll ist eine fest eingebaute 10-Jahres-Batterie: Sie müssen keine Batterien wechseln, nach zehn Jahren wird der ganze Melder getauscht, denn auch die Sensoren altern. Eine große Prüftaste, die sich mit dem Besenstiel drücken lässt, erleichtert den monatlichen Test.
Vernetzte und smarte Melder
Bei Funk-vernetzten Meldern schlagen alle Geräte gleichzeitig Alarm, wenn einer Rauch erkennt. Im Einfamilienhaus hört man so einen Brand im Keller auch im Schlafzimmer im ersten Stock. Smarte Rauchmelder schicken zusätzlich eine Nachricht aufs Handy, nützlich, wenn niemand zu Hause ist oder bei älteren Angehörigen. Wer mit Gas heizt oder einen Kamin hat, ergänzt einen Kohlenmonoxid-Melder, denn dieses Gas ist geruchlos und wird von Rauchmeldern nicht erkannt.
Wartung
Drücken Sie die Prüftaste einmal im Monat, so wissen Sie, dass der Melder funktioniert und alle den Ton kennen. Staub und Spinnweben gelegentlich mit dem Staubsauger vorsichtig absaugen. Ein Melder, der kurz piepst, meldet meist eine schwache Batterie. Nicht abmontieren, sondern tauschen.
Kurz zusammengefasst
Ein Melder in jedem Schlaf-, Kinder- und Wohnzimmer und in den Fluren, an der Decke in Raummitte, nicht in Küche und Bad. EN 14604, 10-Jahres-Batterie, im Haus über mehrere Etagen vernetzt. Einmal im Monat testen. Geräte unter Rauchmelder.