HDMI-Kabel kaufen: Welche Version, welche Länge, worauf es wirklich ankommt
Kaum ein Kabel wird so oft gekauft und so oft falsch gekauft wie das HDMI-Kabel. Die einen greifen zum billigsten, die anderen zahlen 60 Euro für ein Kabel, das nichts besser macht. Dabei ist die Sache einfach, wenn man drei Dinge kennt: die Version, die Länge und den Einsatzort.
HDMI 1.4, 2.0 oder 2.1: Was die Version aussagt
Die Versionsnummer beschreibt, wie viele Daten das Kabel pro Sekunde sicher überträgt. Für Full HD reicht jedes Kabel der letzten fünfzehn Jahre. Für 4K mit 60 Hertz, also den üblichen Fernseher, brauchen Sie ein Kabel der Klasse „High Speed“ oder besser „Premium High Speed“ (HDMI 2.0). Für 4K mit 120 Hertz oder 8K, etwa an einer PlayStation 5, Xbox Series X oder einem aktuellen Gaming-PC, muss es ein „Ultra High Speed“-Kabel (HDMI 2.1) sein. Nur diese Klasse schafft die 48 Gigabit pro Sekunde, die dafür nötig sind.
Ein Ultra-High-Speed-Kabel funktioniert an jedem älteren Gerät ebenfalls. Wer heute neu kauft und das Kabel ein paar Jahre behalten will, macht mit HDMI 2.1 nichts falsch. Der Aufpreis ist bei kurzen Längen gering.
Was „HDMI-Kabel mit Ethernet“ bedeutet
Diese Bezeichnung verwirrt viele. Sie heißt nicht, dass Sie damit ins Internet kommen. Seit HDMI 1.4 ist im Kabel ein zusätzlicher Datenkanal vorgesehen, über den Geräte untereinander Netzwerkdaten austauschen könnten. In der Praxis nutzt das kaum ein Gerät. Für Sie heißt das: „mit Ethernet“ ist heute Standard, praktisch jedes aktuelle HDMI-Kabel trägt diesen Zusatz. Es ist kein Netzwerkkabel und kein Grund für einen Aufpreis.
Die Länge entscheidet mehr als der Preis
HDMI überträgt digital. Entweder das Bild kommt vollständig an oder gar nicht. Ein teures Kabel liefert deshalb kein schöneres Bild als ein günstiges. Was aber zählt, ist die Länge: Bis etwa 3 Meter ist jedes vernünftige Kabel unkritisch. Bis 5 Meter sollten Sie bei 4K auf ein zertifiziertes Premium- oder Ultra-High-Speed-Kabel achten. Darüber, etwa vom Receiver zum Beamer an der Decke, kommen aktive Kabel oder Glasfaser-HDMI-Kabel ins Spiel, die das Signal selbst verstärken. Die kosten mehr, sind aber die einzige zuverlässige Lösung für 10 oder 15 Meter.
Stecker: Standard, Mini oder Micro
Fernseher, Konsolen, Receiver und die meisten Notebooks nutzen den normalen Typ-A-Stecker. Manche Kameras und Tablets haben Mini- oder Micro-HDMI. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Buchse Ihr Gerät hat, dann brauchen Sie keinen Adapter, der nur eine weitere Fehlerquelle ist. Für enge Stellen hinter dem Fernseher gibt es gewinkelte Stecker.
Woran Sie ein gutes Kabel erkennen
Vergoldete Kontakte sind sinnvoll gegen Korrosion, aber kein Qualitätsbeweis. Wichtiger sind ein sauber verarbeiteter Stecker mit Zugentlastung, ein flexibler, nicht zu dünner Mantel und bei Ultra High Speed das Zertifizierungsetikett mit QR-Code auf der Verpackung. Kabel von Herstellern wie Lindy, Delock, Goobay, Roline oder Equip erfüllen das zu vernünftigen Preisen.
Kurz zusammengefasst
Fernseher in 4K: Premium High Speed, 1,5 bis 3 Meter. Konsole oder Gaming-PC mit 120 Hertz: Ultra High Speed. Beamer über 5 Meter: aktives oder Glasfaser-HDMI-Kabel. Und „mit Ethernet“ dürfen Sie getrost überlesen.
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