Handkreissäge, Stichsäge oder Säbelsäge: welche Säge wofür?
Kurz gesagt: Die Handkreissäge schneidet schnell und gerade durch Bretter und Platten. Die Stichsäge schafft Kurven und Ausschnitte. Die Säbelsäge ist für Abbruch, Rückschnitt und grobe Arbeiten gedacht. Für exakte Winkel an Leisten und Balken nehmen Sie eine Kappsäge.
Viele Heimwerker kaufen zuerst eine Stichsäge und wundern sich später über schiefe lange Schnitte. Das liegt nicht am Können, sondern am Werkzeug. Jede Säge ist für eine andere Aufgabe gebaut.
Handkreissäge: lang und gerade
Die Kreissäge schneidet mit einem rotierenden Blatt und ist die erste Wahl für gerade Schnitte in Brettern, Platten und Balken. Die Schnitttiefe ist der wichtigste Wert. Rund 55 bis 65 Millimeter reichen für die meisten Arbeiten. Mit einer Führungsschiene werden die Schnitte sauber wie aus der Tischlerei. Tauchsägen sind eine Sonderform, die mitten in der Platte ansetzen kann, etwa für Ausschnitte in Arbeitsplatten. Für Kurven ist die Kreissäge nicht geeignet.
Stichsäge: Kurven und Ausschnitte
Die Stichsäge arbeitet mit einem schmalen Blatt, das sich auf und ab bewegt. Damit gelingen Kurven, Rundungen und Ausschnitte, etwa für eine Spüle. Eine Pendelhub-Einstellung bringt bei Holz mehr Tempo, für saubere Kanten bleibt sie aus. Bei dicken Materialien kann das Blatt seitlich ausweichen, der Schnitt wird dann schief. Je nach Blatt schneidet sie Holz, Kunststoff oder dünnes Metall. Die meisten Geräte verwenden Blätter mit T-Schaft.
Säbelsäge: das grobe Werkzeug
Die Säbelsäge hat ein langes Blatt, das vorne aus dem Gerät herausragt. Sie schneidet dort, wo andere Sägen nicht hinkommen: Rohre an der Wand, Balken beim Abbruch, Äste im Garten. Mit dem richtigen Blatt geht sie durch Holz mit Nägeln, Metall und Kunststoff. Für saubere Schnitte ist sie aber nicht gedacht.
Kappsäge: exakte Winkel
Die Kapp- und Gehrungssäge steht fest auf dem Tisch und schneidet Leisten, Latten und Balken exakt ab, auch auf Gehrung. Für Sockelleisten, Terrassen und Rahmen ist sie sehr praktisch. Auf die Schnittbreite achten: Zugfunktionen schaffen breitere Bretter.
Das Sägeblatt macht den Unterschied
Auch die beste Säge schneidet mit dem falschen Blatt schlecht. Wenige grobe Zähne schneiden schnell, aber rau. Viele feine Zähne schneiden langsamer und sauberer. Kaufen Sie das Blatt passend zum Material, für Holz, Metall oder Laminat. Bei der Kreissäge müssen Durchmesser und Bohrung zum Gerät passen. Ersatz finden Sie unter Kreissägeblätter. Stumpfe Blätter erkennen Sie an Brandspuren und schwerem Vorschub.
Akku oder Kabel?
Akku-Sägen sind praktisch für Baustelle und Garten. Bei Dauerarbeit in dickem Material bietet das Kabel mehr Reserve. Wenn Sie schon Akkus eines Herstellers haben, passt oft dieselbe Plattform. Mehr im Ratgeber Akku oder Kabel.
Sicherheit
Tragen Sie Schutzbrille und Gehörschutz, und klemmen Sie das Werkstück immer fest. Halten Sie die Säge mit beiden Händen, sofern das Gerät dafür gebaut ist. Ziehen Sie vor jedem Blattwechsel den Stecker oder nehmen Sie den Akku ab. Eine Kreissäge kann beim Verklemmen zurückschlagen, stützen Sie die Platte darum so ab, dass sich der Schnitt nicht schließt.
Kurz zusammengefasst
Gerade: Handkreissäge. Kurven: Stichsäge. Abbruch: Säbelsäge. Winkel: Kappsäge. Für den Start im Haushalt reicht oft eine Stichsäge, wer viel mit Platten arbeitet, ergänzt eine Kreissäge. Welche Werkzeuge sonst zur Grundausstattung gehören, steht im Ratgeber Werkzeug-Grundausstattung. Fürs Bohren hilft Bohrschrauber, Schlagschrauber, Bohrhammer.
Häufige Fragen
Welche Säge für gerade Schnitte?
Die Handkreissäge, am besten mit Führungsschiene. Für kurze Stücke und Winkel an Leisten ist die Kappsäge genauer.
Was ist der Unterschied zwischen Stichsäge und Säbelsäge?
Die Stichsäge schneidet kontrolliert Kurven und Ausschnitte in Platten. Die Säbelsäge ist für grobe Arbeiten wie Abbruch, Rohre und Äste gedacht.
Welche Säge braucht man als Heimwerker zuerst?
Für kleine Arbeiten reicht oft eine Stichsäge, weil sie vielseitig ist. Wer viele Bretter oder Platten gerade zuschneidet, nimmt zusätzlich eine Handkreissäge.
Wie tief schneidet eine Handkreissäge?
Das hängt vom Blattdurchmesser ab. Für die meisten Arbeiten reichen rund 55 bis 65 Millimeter, die Angabe steht im Datenblatt.
Kann man mit einer Stichsäge Metall schneiden?
Ja, dünnes Metall geht mit dem passenden Metallblatt. Für Rohre und dickeres Material ist die Säbelsäge besser geeignet.