Akku oder Kabel? Welches Werkzeug sich wofür lohnt
Vor zwanzig Jahren war die Sache klar: Wer Kraft brauchte, griff zum Kabel. Heute leisten Akkugeräte fast überall dasselbe – und trotzdem gibt es Einsätze, bei denen das Netzkabel weiterhin die bessere Wahl ist. Eine ehrliche Gegenüberstellung.
Wo Akkugeräte klar vorne liegen
Überall dort, wo man sich bewegt: beim Möbelaufbau, im Garten, auf der Leiter, am Dachboden ohne Steckdose. Kein Kabelsalat, kein Verlängerungskabel, kein Stolperrisiko. Für Schrauben, Bohren in Holz und Gipskarton sowie für die meisten Montagearbeiten sind Akkugeräte heute die erste Wahl – auch bei Profis auf der Baustelle.
Wo das Kabel weiterhin gewinnt
Bei Dauereinsatz mit hoher Last. Wer stundenlang Fliesen schneidet, große Flächen schleift oder in massiven Beton bohrt, merkt den Unterschied: Kabelgeräte liefern konstante Leistung, ohne dass die Kraft mit sinkendem Ladestand nachlässt. Und sie sind bei gleicher Leistung deutlich günstiger und leichter, weil der schwere Akku fehlt.
Der Punkt, der oft übersehen wird: das Akkusystem
Wer sich für Akkugeräte entscheidet, entscheidet sich in Wahrheit für ein System. Akkus eines Herstellers passen in der Regel in dessen gesamte Gerätefamilie – vom Schrauber über die Stichsäge bis zum Rasentrimmer. Das bedeutet: Beim zweiten und dritten Gerät zahlen Sie oft nur den Gerätepreis ohne Akku, was den Preisvorteil erheblich macht.
Umgekehrt heißt das aber auch: Ein Systemwechsel ist teuer. Überlegen Sie vor dem ersten Kauf, welche Geräte Sie in den nächsten Jahren noch brauchen könnten – und ob der Hersteller diese im Programm hat.
Volt und Amperestunden – was zählt wirklich?
Die Volt-Zahl (12 V, 18 V, 36 V) steht für die Kraft. 12 Volt genügen für Montage und leichte Bohrarbeiten, 18 Volt sind der universelle Standard, 36 Volt braucht man für Bohrhämmer und große Gartengeräte.
Die Amperestunden (Ah) stehen für die Ausdauer – also wie lange der Akku durchhält. Ein 2-Ah-Akku ist leicht und handlich, ein 5-Ah-Akku hält gut doppelt so lange, wiegt aber spürbar mehr. Für den Haushalt sind zwei kleinere Akkus oft praktischer als ein großer: Einer lädt, während der andere arbeitet.
Was Akkus mögen – und was nicht
Moderne Lithium-Ionen-Akkus haben keinen Memory-Effekt, Sie können also jederzeit nachladen. Was sie hingegen gar nicht mögen: Kälte und Hitze. Ein Akku, der den Winter im ungeheizten Schuppen verbringt, verliert deutlich an Kapazität. Lagern Sie ihn lieber im Haus – und wenn er länger nicht gebraucht wird, halb geladen statt voll oder leer.
Die praktische Empfehlung
Für einen normalen Haushalt: ein 12-Volt-Akkuschrauber für alles Alltägliche. Wer regelmäßig renoviert, fährt mit einem 18-Volt-System besser und kann es später erweitern. Und wenn ab und zu in Beton gebohrt werden muss, ist ein günstiges Kabelgerät als Ergänzung oft sinnvoller als das teuerste Akkumodell.
Vor dem Kauf lohnt die Frage
Welches System zu Ihnen passt, hängt stark davon ab, was Sie tatsächlich vorhaben. Ein Fachhändler kann in fünf Minuten einschätzen, ob das kleine Gerät reicht oder ob Sie in einem Jahr ärgerlich nachrüsten – eine Beratung, die online in keiner Produktbeschreibung steht.
Fazit
Akku für Beweglichkeit, Kabel für Dauerlast. Wer beides sinnvoll kombiniert, kommt günstiger weg als jemand, der versucht, alles mit einem Gerät zu erschlagen. Und die wichtigste Entscheidung treffen Sie ohnehin beim ersten Akkugerät: die Wahl des Systems.
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