USV für Zuhause und Büro: Welche unterbrechungsfreie Stromversorgung Sie wirklich brauchen
Ein kurzer Stromausfall, ein Flackern beim Gewitter, und der PC startet neu, die NAS meldet ein defektes Dateisystem, der Router braucht drei Minuten, bis das Homeoffice wieder steht. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, kurz USV, verhindert genau das. Sie ist eine Batterie mit Steckdosen, die im Bruchteil einer Sekunde einspringt. Der Ratgeber erklärt, welche Bauart und Größe Sie brauchen.
Wozu eine USV zu Hause gut ist
Es geht selten darum, stundenlang weiterzuarbeiten. Es geht um die fünf bis zehn Minuten, in denen der Rechner sauber herunterfährt, die NAS ihre Daten schreibt und der Router einen kurzen Ausfall gar nicht bemerkt. Dazu schützt jede USV vor Überspannung und die besseren Modelle auch vor Unterspannung, wenn das Netz bei Gewitter oder alter Hausinstallation schwankt. Wer eine NAS, einen Homeserver, eine Alarmanlage oder ein Aquarium mit Technik betreibt, hat den Kaufpreis nach dem ersten verhinderten Datenverlust wieder drin.
Die drei Bauarten
Offline (Standby): Die Geräte hängen normal am Netz, bei Ausfall schaltet die USV auf Batterie um. Günstig, leise, für Router, Modem, Telefon und einen einfachen PC ausreichend. Line-Interactive: Zusätzlich gleicht ein Regler Spannungsschwankungen aus, ohne auf die Batterie zu gehen. Das ist die richtige Klasse für PC, NAS und Homeoffice und die meistverkaufte Bauart. Online (Doppelwandlung): Der Strom läuft immer durch die Batterie-Elektronik, es gibt keinerlei Umschaltzeit und eine perfekt saubere Ausgangsspannung. Nötig für Server, Medizintechnik und empfindliche Messgeräte, zu Hause meist übertrieben, außerdem laufen Lüfter.
VA und Watt richtig lesen
USV werden mit Voltampere (VA) beworben, Ihre Geräte verbrauchen aber Watt. Der Unterschied ist der Leistungsfaktor, und der liegt bei günstigen Modellen bei 0,6. Eine „1000 VA“-USV liefert dann nur 600 Watt. Achten Sie deshalb auf die Watt-Angabe im Datenblatt, nicht auf die große VA-Zahl auf der Verpackung. Rechnen Sie den Verbrauch Ihrer Geräte zusammen (Netzteil-Aufkleber oder Messsteckdose) und nehmen Sie eine USV mit rund 30 Prozent Reserve. Ein Büro-PC mit Monitor, Router und NAS liegt meist zwischen 150 und 300 Watt, eine 650- bis 850-VA-USV reicht dafür. Ein Gaming-PC mit großer Grafikkarte kann 500 Watt und mehr ziehen und braucht 1500 VA aufwärts.
Wie lange die Batterie hält
Die Laufzeit hängt von der Last ab und schrumpft nicht linear: Halbe Last bedeutet oft mehr als doppelte Zeit. Die Hersteller geben in ihren Tabellen meist die Minuten bei Voll- und Halblast an. Für das saubere Herunterfahren reichen fünf Minuten, für Router und Modem, die nur 15 Watt brauchen, hält dieselbe USV eine Stunde und länger. Wer wirklich lange überbrücken will, braucht ein Modell mit externen Batteriepaketen oder mit Lithium-Akku, die deutlich mehr kosten.
Sinus oder nicht: Wichtig für moderne Netzteile
Günstige USV geben im Batteriebetrieb eine stufenförmige Spannung ab („simulierter Sinus“, „Stepped Sine“). Alte Netzteile stört das nicht, moderne PC-Netzteile mit aktiver Leistungsfaktorkorrektur (PFC) können damit abschalten oder brummen. Für PC und NAS wählen Sie deshalb ein Modell mit reinem Sinus („Pure Sine Wave“). Für Router und Telefon ist die einfache Variante in Ordnung.
Anschluss an den Rechner
Der eigentliche Nutzen entsteht erst mit der Verbindung zum Gerät: Über USB meldet die USV den Stromausfall an PC oder NAS, und die Software fährt das System nach einigen Minuten automatisch herunter, auch wenn niemand im Raum ist. Achten Sie darauf, dass die USV von Ihrem NAS-Hersteller unterstützt wird, die großen Hersteller sind es praktisch immer. Ein zweiter Blick gilt den Steckdosen: Modelle mit Schuko-Dosen nehmen jeden Stecker, Modelle mit IEC-Buchsen (Kaltgeräte) brauchen für Monitor und Router passende Kabel.
Die Batterie ist ein Verschleißteil
Bleibatterien halten drei bis fünf Jahre, danach schrumpft die Laufzeit auf Sekunden. Gute USV melden das, ein jährlicher Selbsttest verrät es auch. Bei fast allen Modellen lässt sich die Batterie ohne Werkzeug tauschen, Ersatz gibt es unter Ersatzbatterien. Rechnen Sie den Tausch von Anfang an ein, dann ist die USV kein Wegwerfgerät.
Kurz zusammengefasst
Router und Telefon: kleine Offline-USV. PC, NAS und Homeoffice: Line-Interactive mit reinem Sinus, USB-Anschluss und 30 Prozent Leistungsreserve, Watt statt VA lesen. Wer nur vor Blitz und Spannungsspitzen schützen will, kommt auch mit einer Leiste aus der Kategorie Überspannungsschutz aus, die aber keinen Ausfall überbrückt.
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