Arbeitsspeicher aufrüsten: DDR4 oder DDR5, Notebook oder PC, wie viel RAM
Wenn der Rechner bei vielen offenen Browser-Tabs zäh wird, Videokonferenzen ruckeln oder das Umschalten zwischen Programmen dauert, fehlt oft Arbeitsspeicher. Aufrüsten ist eine der günstigsten Möglichkeiten, einem Rechner neues Leben zu geben, vorausgesetzt, der Speicher passt.
Wie viel RAM brauchen Sie?
8 GB sind heute die Untergrenze für Büro und Surfen und reichen nur knapp. 16 GB sind der vernünftige Standard für Homeoffice, Schule und die meisten Spiele. 32 GB lohnen sich für Bild- und Videobearbeitung, virtuelle Maschinen, viele gleichzeitig offene Programme und anspruchsvolle Spiele. Mehr brauchen nur Profis. Wie viel gerade belegt ist, zeigt unter Windows der Task-Manager (Reiter Leistung), am Mac die Aktivitätsanzeige.
Schritt 1: Kann man überhaupt aufrüsten?
Bei vielen dünnen Notebooks, Tablets und allen aktuellen Macs ist der Speicher fest verlötet (oft als „LPDDR“ bezeichnet) und lässt sich nicht tauschen. Prüfen Sie im Datenblatt oder Handbuch, ob es Steckplätze gibt und wie viele frei sind. Bei Desktop-PCs ist Aufrüsten fast immer möglich, das Mainboard-Handbuch nennt die maximale Größe und die unterstützten Typen.
Schritt 2: Der richtige Typ
DDR4 und DDR5 sind nicht kompatibel, die Kerben sitzen an unterschiedlichen Stellen, ein falsches Modul passt nicht einmal hinein. Ältere Rechner nutzen DDR4 oder DDR3, neuere DDR5. Zweitens die Bauform: DIMM sind die langen Module für Desktop-PCs, SO-DIMM die kurzen für Notebooks und Mini-PCs. Drittens der Takt: Er wird in MT/s angegeben, zum Beispiel DDR4-3200 oder DDR5-5600. Schnellerer Speicher läuft auch in langsameren Systemen, nur eben im langsameren Takt. Server und Workstations brauchen teils ECC-Speicher, den Desktop-Mainboards meist nicht unterstützen.
Dual Channel: Zwei Module sind besser als eines
Die meisten Systeme arbeiten mit zwei Speicherkanälen. Zwei gleiche Module, etwa 2 × 8 GB statt 1 × 16 GB, sind deshalb spürbar schneller, besonders bei Notebooks mit integrierter Grafik, die den Arbeitsspeicher als Grafikspeicher nutzt. Beim Aufrüsten am besten ein Kit aus zwei gleichen Modulen kaufen. Mischen von Größen und Herstellern funktioniert meist, kann aber den Takt auf den langsamsten Riegel senken.
Takt, Latenz und Beleuchtung
Bei Gaming-Speicher werden oft hohe Taktraten und niedrige Latenzen (CL-Wert) beworben. Der Unterschied ist im Alltag gering, und die höheren Werte laufen nur, wenn im BIOS das passende Profil (XMP oder EXPO) aktiviert ist. RGB-Beleuchtung ist Geschmackssache. Wichtiger ist, dass die Module unter einen großen CPU-Kühler passen, die Höhe steht im Datenblatt.
Einbau
Rechner ausschalten, Netzstecker ziehen, beim Notebook den Akku abklemmen, wenn er intern ist. Vorher kurz an einen Heizkörper fassen, um statische Ladung abzuleiten. DIMM-Module gerade in den Steckplatz drücken, bis die Halteklammern einrasten, SO-DIMM schräg einsetzen und nach unten klappen. Beim ersten Start kann der Rechner etwas länger brauchen, weil er den neuen Speicher prüft.
Kurz zusammengefasst
Erst prüfen, ob gesteckt oder verlötet. Dann Typ (DDR4 oder DDR5), Bauform (DIMM oder SO-DIMM) und maximale Größe aus dem Handbuch. Zwei gleiche Module für Dual Channel. 16 GB als Standard, 32 GB für Kreative und Spieler. Auswahl unter Arbeitsspeicher, und wenn der Rechner zusätzlich noch eine alte Festplatte hat, lohnt der Blick in den Ratgeber SSD kaufen.