SSD kaufen: SATA oder NVMe, PCIe 4.0 oder 5.0 und wie lange sie hält
Kein anderes Bauteil macht einen Rechner so spürbar schneller wie eine SSD. Wer noch eine Festplatte mit drehenden Scheiben im Notebook hat, erlebt beim Umstieg einen neuen Computer: Start in Sekunden, Programme sofort da. Bei neuen Rechnern geht es eher um Größe und Tempo. Dieser Ratgeber hilft bei der Auswahl.
Bauform: 2,5 Zoll oder M.2
2,5-Zoll-SSDs sehen aus wie eine flache Notebook-Festplatte und werden über SATA angeschlossen. Sie passen in fast jedes ältere Notebook und jeden PC. M.2-SSDs sind kleine Steckkarten ohne Gehäuse. Die Zahl dahinter beschreibt die Größe: 2280 (22 × 80 mm) ist der Standard in PC und Notebook, kürzere Varianten wie 2230 oder 2242 stecken in kompakten Geräten und Handheld-Konsolen. Prüfen Sie im Handbuch, welche Länge der Steckplatz aufnimmt.
Schnittstelle: SATA oder NVMe
Hier liegt die häufigste Verwechslung, denn auch M.2-SSDs gibt es mit SATA. SATA ist auf rund 550 MB/s begrenzt, für Büro und Alltag völlig ausreichend. NVMe über PCIe ist um ein Vielfaches schneller: PCIe 3.0 schafft bis etwa 3.500 MB/s, PCIe 4.0 bis etwa 7.000 MB/s und PCIe 5.0 noch deutlich mehr. Ein PCIe-4.0-Laufwerk funktioniert auch in einem PCIe-3.0-Steckplatz, nur eben mit dessen Tempo. Ob Ihr Mainboard oder Notebook NVMe unterstützt, steht im Datenblatt.
Wie viel Tempo brauche ich?
Ehrlich gesagt: Im Alltag ist der Unterschied zwischen PCIe 3.0, 4.0 und 5.0 kaum zu spüren. Programme starten mit jeder NVMe-SSD sofort. Messbar wird es beim Kopieren sehr großer Dateien, bei Videoschnitt und bei manchen neuen Spielen. PCIe-5.0-Laufwerke werden außerdem heiß und brauchen einen kräftigen Kühlkörper. Für die meisten Nutzer ist eine solide PCIe-4.0-SSD der beste Kompromiss. Für die PlayStation 5 ist PCIe 4.0 Pflicht, dazu ein Kühlkörper, den viele Modelle bereits mitbringen.
Haltbarkeit: TBW, TLC und QLC
SSDs nutzen sich durch Schreiben ab. Der Wert TBW (Terabytes Written) gibt an, wie viele Daten der Hersteller garantiert. Eine 1-TB-SSD mit 600 TBW verkraftet im normalen Alltag viele Jahre, selbst bei intensiver Nutzung. Günstige Modelle mit QLC-Speicher haben niedrigere TBW-Werte und werden bei langen Schreibvorgängen langsamer, für Datengräber und Spiele sind sie in Ordnung. TLC-Speicher mit eigenem DRAM-Cache ist die bessere Wahl für das Systemlaufwerk. Fünf Jahre Garantie sind ein gutes Zeichen.
Welche Größe?
500 GB reichen für Büro und Schule, wenn Fotos und Videos in der Cloud oder auf einer externen Platte liegen. 1 TB ist der vernünftige Standard. 2 TB und mehr lohnen sich für Spiele, Fotos und Videoschnitt. Planen Sie etwas Reserve ein: Eine fast volle SSD wird langsamer. Für große Archive sind klassische Festplatten pro Terabyte weiterhin deutlich günstiger.
Umzug auf die neue SSD
Beim Tausch im Notebook brauchen Sie ein USB-Gehäuse oder einen Adapter, um das alte Laufwerk auf die neue SSD zu klonen. Viele Hersteller bieten dafür kostenlose Software an. Alternativ installieren Sie das System neu, was oft der sauberere Weg ist. Vorher ein Backup machen, unbedingt.
Kurz zusammengefasst
Älteres Notebook: 2,5-Zoll-SATA-SSD mit 1 TB. Neuer PC oder Notebook mit M.2: NVMe PCIe 4.0, TLC mit DRAM, 1 bis 2 TB. PlayStation 5: PCIe 4.0 mit Kühlkörper. Große Auswahl unter Solid State Drives, für unterwegs unter Externe SSDs.