WLAN im ganzen Haus: Router, Mesh, Repeater oder Access Point?
Funklöcher sind eines der häufigsten Ärgernisse im Haushalt: Im Wohnzimmer ist das WLAN schnell, im Kinderzimmer bricht das Video ab, im Garten gibt es nichts. Die Ursache sind meist Wände, Decken und Entfernung. Welche Lösung passt, hängt von der Wohnung und den vorhandenen Kabeln ab.
Zuerst: Den Router richtig aufstellen
Bevor Sie etwas kaufen: Steht der Router im Kasten, hinter dem Fernseher oder im Vorraum am Boden? WLAN breitet sich am besten frei und erhöht aus. Ein Platz möglichst zentral in der Wohnung, nicht in der Nähe von Metall, Aquarien oder Mikrowelle, bringt oft schon viel. Viele Router der Internetanbieter sind außerdem ältere Modelle. Im Menü lässt sich prüfen, welcher WLAN-Standard aktiv ist.
Die WLAN-Standards
Wi-Fi 5 (802.11ac) ist der alte Standard und für viele Geräte noch ausreichend. Wi-Fi 6 (802.11ax) ist effizienter, wenn viele Geräte gleichzeitig funken, und heute die vernünftige Basis. Wi-Fi 6E nutzt zusätzlich das freie 6-GHz-Band, sehr schnell, aber mit geringerer Reichweite durch Wände. Wi-Fi 7 bündelt mehrere Bänder und ist für Gigabit-Internet und viele Geräte gemacht. Wichtig: Die Endgeräte müssen den Standard ebenfalls können, sonst bringt der neue Router nur wenig.
Repeater: Die schnelle Lösung für ein Zimmer
Ein Repeater wird in die Steckdose gesteckt, empfängt das WLAN und sendet es weiter. Günstig und schnell eingerichtet, für ein einzelnes Funkloch gut. Der Haken: Einfache Repeater halbieren die Datenrate, weil sie auf derselben Frequenz empfangen und senden, und die Geräte wechseln nicht immer sauber zwischen Router und Repeater. Platzieren Sie ihn auf halbem Weg, dort, wo das Signal noch gut ist. Auswahl unter Repeater.
Mesh: Ein Netz für das ganze Haus
Ein Mesh-System besteht aus zwei oder drei gleichen Geräten, die sich untereinander abstimmen. Es gibt nur einen WLAN-Namen, die Geräte wechseln automatisch zum besten Knoten. Gute Systeme nutzen ein eigenes Funkband für die Verbindung zwischen den Knoten (Tri-Band), dann bleibt die volle Geschwindigkeit erhalten. Ideal für Einfamilienhäuser über mehrere Etagen und für Altbauwohnungen mit dicken Wänden. Auswahl unter WLAN-Mesh-Systeme.
Access Points: Die beste Lösung, wenn Kabel liegen
Wenn in den Räumen Netzwerkdosen vorhanden sind, ist ein Access Point die stabilste Lösung: Er hängt am Kabel und strahlt vor Ort ein vollwertiges WLAN aus, ohne Geschwindigkeitsverlust. Mit PoE braucht er nicht einmal eine Steckdose, ideal an der Decke. Viele Mesh-Systeme können ebenfalls per Kabel verbunden werden und bieten dann das Beste aus beiden Welten. Auswahl unter Wireless Access Points, die Stromversorgung per Kabel erklärt der Ratgeber Netzwerk-Switch und PoE.
Ein neuer Router?
Ein eigener Router lohnt sich, wenn der Router des Anbieters alt ist oder wichtige Funktionen fehlen. In Österreich lässt sich das Gerät des Anbieters häufig in den „Bridge-Modus“ schalten, dann übernimmt Ihr eigener Router das Netz. Fragen Sie dazu bei Ihrem Anbieter nach. Auswahl unter Router.
Kurz zusammengefasst
Erst den Router besser aufstellen. Ein Funkloch: Repeater. Ganze Wohnung oder Haus ohne Kabel: Mesh mit Tri-Band. Netzwerkdosen vorhanden: Access Points, am besten mit PoE. Wi-Fi 6 als Basis, Wi-Fi 7 für Gigabit-Anschlüsse und viele Geräte.